Das Museum

Umbauphase

Die Gemeinde entschloss sich im Hinblick auf die anstehenden Umbauarbeiten und einer noch zu erstellenden Museumskonzeption zu einer Kooperation mit dem Heimatgeschichtsverein Neuhengstett Bourcet e. V. Der Verein sollte im Auftrag der Gemeinde die Umbauarbeiten in Eigenleistung ausführen und koordinieren. Die ersten Arbeiten begannen bereits im Jahr 2001 mit dem Abriss diverser Hütten und Schuppen im Gartenbereich der Nordseite des Gebäudes. Im Jahr 2002 konnte dann mit dem Ausräumen des Hauses selbst begonnen werden. Dabei war auch das Denkmalamt vor Ort. Dies hatte zur Folge, dass das Denkmalamt zur Auflage machte, die Aussenmauern des Fachwerks im Ursprungszustand zu erhalten. Ab Mai 2004 wurde mit der Freilegung des Fachwerks an der Gebäude- bzw. Giebelsüdfront begonnen. Zuerst musste ein Gerüst aufgebaut und dann die Eternitverkleidung der Aussenwand demontiert werden. Nach der Freilegung des Fachwerkgebälks wurde von Fachleuten festgestellt, dass die ursprüngliche Balkenkonstruktion extrem marode und nicht erhaltungsfähig war. Somit mussten im Laufe des Sommers bis zum Herbst die Holzkonstruktion ausgetauscht und wieder mit Bruchsandsteinen ausgemauert werden. Diese Maßnahmen, insbesondere das Ausmauern mit den Bruchsandsteinen, erwiesen sich als sehr zeitintensiv. Im Jahr 2005 entschloss sich die Bauleitung, auch den letzten Holzanbau an der Nordseite des Gebäudes abzureißen. Diese Arbeiten wurden von Vereinsmitgliedern im August durchgeführt. Im Anschluss daran, im September, wurde die Dacheindeckung entfernt. Die Bauleitung prüfte danach das Dachgebälk und die Lattung. Diese Analyse ergab, dass die Lattung komplett erneuert und auf die geplante Eindeckung mit Biberschwanzziegeln ausgelegt werden musste. Im September erfolgte zudem noch die komplette Neueindeckung des Daches mit historischen Biberschwanzziegeln, die in einer Nachbargemeinde beschafft und herantransportiert wurden.

UmbauEnde des Jahres 2005 wurde die Sickergrube an der Nordseite des Gebäudes zeitintensiv demontiert und entfernt. Von Januar bis April wurden die Vorbereitungsarbeiten für den Gipser durchgeführt. Die gewerblichen Gipser wurden von Helfern des Vereins unterstützt. Parallel dazu wurden Gräben für Wasser, Abwasser und Stromzuleitung gegraben. Die Treppe zum ersten Obergeschoss im Haus wurde an ihre ursprüngliche Stelle versetzt. Die Holzböden im ersten und zweiten Obergeschoss wurden erneuert. Der zentrale Ofen in der Küche wurde nach einer Vorlage rekonstruiert und neu aufgemauert. Insgesamt wurden von den freiwilligen Helfern ca. 2.000 Arbeitsstunden abgeleistet.

Einweihung

Am 19. Mai 2007 war es endlich soweit und das Waldensermuseum Bourcet in Neuhengstett konnte nach fast sechs Jahren Umbau- und Renovierungsarbeiten feierlich eingeweiht und eröffnet werden. Zur Eröffnung hatte der Verein auch seine italienischen Freunde aus der Gemeinde Roure eingeladen. Unter Führung des Bürgermeisters von Roure, Bruno Lazzarini, nahmen mehr als 30 italienische Gäste an der Einweihungszeremonie aktiv teil. Die Gäste brachten zur Einweihung landwirtschaftliche Ausstellungsgegenstände aus dem Piemont als Geschenk mit. Diese, zum Teil historischen, Gerätschaften sind zwischenzeitlich im Museum ausgestellt.

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